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12.05.07 - 13.05.07, Projekt BF24

Jugendfeuerwehr zeigte 24 Stunden Ihr Können

Am vergangenen Samstag, den 12.05.2007 war es nun endlich wieder soweit, die Jugendfeuerwehr Hechingen bezog ihr Quartier im Feuerwehrhaus in Hechingen. Dienstantritt war für 21 Jugendliche und 22 aktive Feuerwehrmänner um exakt 8.00 Uhr, wobei der Dienstplan an diesem Tag eine Reihe von Einsätzen vorwies, die durch Dienstsport, Theorie und Arbeiten im Feuerwehrhaus sowie Nachtruhe der Jugendlichen unterbrochen und abgewechselt werden sollten. Das Feuerwehrhaus Hechingen wurde somit zu einer Berufsfeuerwehrwache umfunktioniert. Es wurde ein Schlafraum eingerichtet und eine Fahrzeughalle wurde als Turnhalle zweckentfremdet. Unter Leitung von Jugendwart Rouven Bulach und seinem Stellvertreter Marcus Czeppel, sowie mehreren Jugendausbildern der aktiven Feuerwehr, fand das Projekt BF 24 (Berufsfeuerwehr 24) statt.

Damit die Jugendlichen den Anforderungen der Einsätze während des Projekts gewachsen waren, wurden sie 2 Übungsabende vor Beginn des Projekts in Gruppen eingeteilt und geschult. Nach Dienstantritt stärkten sich zunächst die Jugendfeuerwehrmänner und ihre Ausbilder beim gemeinsamen Frühstück. Eingeteilt in 3 Löschgruppen begannen die Jugendlichen ihre Arbeit. Um für die kommende Schicht von 24 Stunden gerüstet zu sein mussten die Jugendlichen einen kompletten Fahrzeug-Check durchführen und die Fahrzeuge für die kommenden Einsätze bestücken. Nach Küchendienst und Fahrzeug Check fanden sich dann die Beteiligten in den Schulungsräumen zusammen wo durch das DRK Hechingen vertreten durch Tobias Kopf eine Erste Hilfe Schulung stattfand. Wie auch im Alltag der Berufsfeuerwehr wurde auch eine Gebäude- und Gerätepflege mit einbezogen, hierbei wurden Schläuche in der zentralen Schlauchwerkstatt geprüft und gereinigt. Theoretischer Unterricht im Fachgebiet Brennen und Löschen wurde von Ausbilder Gerd Kleinmaier durchgeführt.

Nach den ersten Erledigungen im Feuerwehrhaus folgte der erste Einsatz für die Männer und Frauen. Alarmierung: Ölspur, Tübingerstraße in Hechingen. Die Situation schilderte sich so, dass aufgrund eines Pkw-Schadens, bzw. eines Motorblockrisses Öl austrat und drohte das Grundwasser zu verunreinigen. Das ausgetretene Öl wurde von den Jugendlichen mit Ölbinder abgestreut und umweltgerecht beseitigt.
Kaum ins Feuerwehrhaus zurückgekehrt wurde erneut alarmiert. Es handelte sich um einen Schuppenbrand am ehemaligen Wertstoffzentrum. Bei Eintreffen der Feuerwehr stand ein Schuppen lichterloh in Flammen und der vermeintliche Inhaber des Schuppens (Aktives Mitglied der Abteilung Stadt Markus Rathmann) irrte aufgrund einer Schocksituation gefährlich nah um das Feuer herum. Somit hatten die Jugendlichen zwei Aufgaben. Es galt auf der einen Seite den Schuppenbrand, zu löschen, auf der anderen Seite eine sich im Schockzustand befindliche Person zu betreuen und aus der Gefahrenzone zu entfernen.
Ein Einsatz folgte dem nächsten und schon kurze Zeit später wurde die Feuerwehr zu einer suizidgefährdeten Person am City Parkhaus gerufen die mit Hilfe von Kommandant Maik Bulach, der auch den Lehrgang Absturzsicherung besuchte, gerettet. Rückkehr ins Feuerwehrhaus stand nun mal wieder theoretischer Unterricht sowie Dienstsport Fußball auf dem Tagesplan. Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es direkt weiter.
Alarmierung Brandmeldealarm Marktkauf Baumarkt Hechingen. Es handelte sich um einen mutmaßlich eingeschlagenen Handmelder, der von den Feuerwehrmännern schnell lokalisiert wurde und zurückgesetzt wurde. Neben anderen Aktivitäten stand auch noch eine technische Hilfe nach Verkehrsunfall auf dem Dienstplan. Hier galt es mehrere Personen, die in einem Pkw eingeklemmt waren zu retten. Der Unfall wurde in der Haigerlocherstraße nachgestellt. Die Jugendlichen befreiten mit Hilfe von pneumatischen und hydraulischen Rettungsgeräten eine schwer verletzte Person, die unter dem Pkw eingeklemmt und drei die im PKW eingeschlossen waren. Der Abtransport der verletzten Personen wurde mit vereinten Kräften und einer Trage gewährleistet.
In der Feuerwache angelangt bezogen die Jugendlichen den Schlafraum und wollten ein gemeinsames Abendessen einnehmen. Die abendliche Gemütlichkeit und Verschnaufpause mit Vesper wurde aber alsbald unterbrochen, als der nächste Einsatz und Großalarm für alle 3 Löschgruppen abgesetzt wurde. Stichwort: Industriegebäude Brand. In kürzester Zeit fanden sich die Löschgruppen an der Einsatzstelle ein. Nun galt es schnellstmöglich die Wasserversorgung zu sichern. Der Großbrand wurde in ca. 2 Stunden unter Kontrolle gebracht.

Zur abendlichen Unterhaltung und Entspannung durften sich die Feuerwehrmänner nun im Gruppenraum einen Spielfilm ansehen. Nach und nach begaben sich die Jugendlichen zur wohlverdienten Nachtruhe in ihren dafür vorbereiteten Schlafraum in der Feuerwache. Diese Ruhe wurde jedoch um 1:00 Uhr Nachts unterbrochen. Der Einsatzort sollte diesmal Hechingen-Stetten sein. Es handelte sich um die Suche selbstmordgefährdeter Personen in der Nähe des Stettener Sportplatzes. Am Sportplatz angekommen wurden die Feuerwehrmänner koordiniert losgeschickt um die Umgebung breitflächig abzusuchen. Die Suche war nach ca. 2 Stunden aufgrund einer Wärmebildkamera erfolgreich. Erschöpft und ausgelaugt genoss die Jugend eine 2-stündige Nachtruhe. In den frühen Morgenstunden ereignete sich der für diesen Tag vorletzte Einsatz. Bei dieser Alarmierung war das Stichwort Gastronomiebrand Jugendraum Stetten. Dieser Brand entpuppte sich als Verpuffung, die eine enorme Rauchentwicklung nach sich zog. Das Gebäude wurde belüftet und es wurde sichergestellt, dass kein offenes Feuer vorhanden war. Ohne lange Ruhe zu finden wurde schon der nächste Alarm abgesetzt. Stichwort: Unklarer Feuerschein. Nach Anfahrt der Feuerwehr stellte sich heraus, dass hier ein Fall des Missbrauchs von Sylvesterknallern. Aufgrund des Fehlalarms kehrten die Feuerwehrmänner zum Schichtende ins Feuerwehrhaus zurück.

Müde und erschöpft wurde zusammen gefrühstückt und das Feuerwehrhaus wieder in seinen Normalzustand zurückversetzt. Trotz Erschöpfung und Müdigkeit haben unsere Nachwuchsfeuerwehrmänner gezeigt, dass die Zukunft der Feuerwehr in unserer Zollerstadt gesichert ist. Die Jugendlichen haben die Einsätze mit Bravur gemeistert und haben ihr Wissen und ihre Kenntnisse richtig und gekonnt eingesetzt. Kurz gesagt, unser Nachwuchs kann stolz auf sich sein.

Text: Rouven Bulach